Guatemala – rein, rum und raus

Wir waren etwa 5 Wochen in Guatemala unterwegs. Nach den wilden Fahrerlebnissen der ersten Tage im Norden haben wir das Auto während unserer 3 Wochen in Xela mehr oder weniger mal stehen lassen um dann die die letzten Etappen im Süden wieder auf leicht besseren Strassen zu bewältigen.

Belize nach Guatemala, Melchor de Mencos

Während es beim Zollübergang in Belize noch schön ruhig war, gab es auf der Guatemala Seite ein reges Kommen und Gehen von Autos, Motorrädern, LKWs und Fussgängern. Wo genau das schwarze Loch dazwischen ist, kann ich auch nicht sagen, aber es war ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht…

Aber der Reihe nach:

1.50m hinter der belizischen Grenze fährt man auf guatemaltekischer Seite in eine Art Autowaschanlage in der das Auto desinfektioniert wird. Fenster zu und Klimaanlage aus und durchfahren.
 

2.Direkt hinter der Halle muss man auf der rechten Seite dafür Q18 bezahlen und bekommt einen Beleg. Wir haben direkt vor dem Schalter geparkt und dann auch das Auto für den Rest der Einreiseprozedur dort stehen lassen. 

3.In der offenen Halle auf der linken Seite der Strasse gibt es einen Willkommen-in-Guatemala-Stand an dem man das Einreiseformular und eine ziemlich gute Karte und Info für Tikal bekommt.

4.Mit dem ausgefüllten Formular geht man hinten rechts zum Entrada Schalter. Es wird einbehalten und der Reisepass abgestempelt. Wir haben gehört, dass hierfür ab und zu eine Gebühr von Q 20 pro Person verlangt wird die man anfechten kann, wir wurden aber nie nach einer Zahlung gefragt.

5.Dann zum Schalter ganz links um das Auto ins Land zu bekommen. Der Mann wollte Kopien vom Führerschein und Reisepass des Fahrzeughalters und vom Fahrzeugschein. Er ist dann mit uns zum Auto und hat Nummernschild und Fahrzeugnummer überprüft. Nachdem er eine Zeit lang Daten in den Computer eingegeben hat, hat er uns dann zum Schalter in der Mitte geschickt, wo mehr Daten in den Computer eingegeben wurden und wir schliesslich eine Rechnung über Q 160 bekamen.

6.Diese wird am Schalter am Eingang der Halle auf der rechten Seite bezahlt und anschliessend ging es wieder zurück zu Herren hinten links. 

7.Er händigte uns die temporäre Importbescheinigung für 90 Tage aus und den Aufkleber für’s Auto. Wie immer überprüften wir alle Daten auf dem Dokument und fanden ein Fehler mit Michaels Mittelnamen (Harrison….ha, ich hab’s geschafft das in nem Artikel unterzubringen). Gott sei Dank mussten wir nicht noch mal komplett von vorne anfangen, er hat es korrigiert und das neue Dokument ausgehändigt.

8.Zurück zum Auto, Aufkleber in die Windschutzscheibe und vorfahren bis zum Zollbeamten der alle Papiere checkt. Und los gings…

9…bis zur Brücke wo eine “Gemeindesteuer” erhoben wird. Wir haben Q 20 bezahlt, was wohl die Norm ist, haben aber auch von anderen Fällen gelesen wo um einiges mehr verlangt wurde.

10.Autoversicherung ist in Guatemala nicht verpflichtend. Um aber zumindest  eine Grundsicherung zu haben haben wir bei bei Todo Riesgo in Santa Elena (bei Flores) eine Autohaftpflichtversicherung abgeschlossen die Guatemala und die meisten “Centroamerica” Länder die noch vor uns liegen (ausser Panama) abdeckt. Q 611 für 90 Tage .

Dies war die erste Zollüberquerung bei der viel los war und es nicht immer klar war, was der nächste Schritt ist. Unser Helfer (Name: Jefferson!) von der belizischen Seite ist uns trotz Abwimmelungsversuchen nicht von der Seite gewichen aber er hat sich super ausgekannt und uns immer zur nächsten Station geführt und gesagt was wir an Dokumenten brauchten. Auch wenn wir uns dabei ein bisschen schlecht fühlten, hat er uns doch geholfen und wir haben ihm Q 10 bezahlt. Auch mit Hilfe waren wir hier gut 45 Minuten beschäftigt. Wir hatten Kopien von allen “üblichen” Papieren mit uns, neue Kopien (Einreisestempel etc) wurden vom Zollbeamten eigenständig und ohne Gebühr gemacht. Geldwechsler gab es auch im guatmalekischen Grenzbereich mehrere, wir hatten aber schon in Belize gewechselt.

Fahren in Guatemala

Die Strassen in Guatemala haben unser Auto (und uns) auf eine harte Probe gestellt: schlechte Strassen, hohe Temperaturen in den flachen Teilen, Gebirgspässe von über 3000m, schlechtes Kartenmaterial, korrupte Mechaniker, schlechte Beschilderung, sintflutartige Regenfälle die die Strassen in Bäche verwandelten, handgemachte Strassensperren, verwirrende Adressen – von allem etwas. Wir haben unsere Abenteuer und Unfälle schon in mehreren Artikeln genauer beschrieben und das Fazit ist: ja, man kann durch Guatemala fahren, aber man sollte sich so viel wir möglich zur Streckenwahl einlesen bzw mit anderen Reisenden besprechen um richtig schlechte Strassen zu vermeiden. Dazu gehört vor allem die direkte Strasse von Flores nach Lanquín – hier ist es absolut zu empfehlen den Umweg über Coban zu machen anstatt sich stundenlang durch ein Steinfeld zu quälen. Das war bisher unser abenteuerlichste Erzählung ,bis wir letzte Woche Leute getroffen haben, die die Strecke zu viert in einem USD800 Ford Escort gefahren sind – übertrumpft!

Guatemala nach El Salvador: Las Chinamas

Ja, wir haben es endlich geschafft uns zur Weiterfahrt aufzuraffen und da unser erster Halt in El Salvador an der Ruta de las Flores liegt haben wir uns für den relativ kleinen Grenzübergang Las Chinamas entschieden. An einem Donnerstag um die Mittagszeit – gute Entscheidung, es war fast nichts los und deshalb gings ruck zuck und wie folgt:

1. Nix los bedeutete leider zuerst mal, dass sich alle Geldwechsler gleichzeitig auf uns stürzten. Im Chaos haben sie dann auch schön versucht uns über den Tisch zu ziehen aber schnelles Kopfrechnen hat gegen ihren Taschenrechnertrick geholfen und bis auf ein bisschen Kleingeld haben wir unsere Quetzales gegen Dollar getauscht.

2. Am Zollgebäude sind wir auf der rechten Seite reingefahren und haben dort geparkt. Zuerst geht es bei der 2. Tür rein wo der Reisepass abgestempelt wird und man einen kleinen Papierzettel bekommt den man bis zur El Salvador Seite aufheben muss. Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua bilden zusammen den CA 4 Verbund. Das bedeutet, dass die Ein- und Ausreise für Bewohner und die meisten Besucher dieser Länder vereinfacht und schneller ist.

3. Um das Auto abzumelden mussten wir zum SAT Schalter. Dieser ist normalerweise hinter Tür 1, weil aber da gerade Mittagspause war sind wir zu einem anderen Schalter der sich am rechten Ende der Mittelspur befindet.

4. Er hat unsere Ausreisestempel überprüft und dann gefragt ob wir uns ganz sicher sind, dass wir das Auto abmelden wollen. Ist es erst mal abgemeldet, darf man für eine gewisse Zeit (90 Tage) nicht mehr mit dem Auto zurück nach Guatemala. Er ist dann mit uns zum Auto um den Importaufkleber abzumachen und hat ihn auf die Rückseite des Importbescheinigung geklebt.

5. Davon hätte er jetzt gerne zwei Kopien, die er jedoch nicht selber machen kann. Also geht man zu den paar Geschäften (Knabberzeug, Anwalt, Tourguides, etc) und schaut wer heute den Kopierer an und Lust hat. 2 Quetzales für 2 Kopien, gut, dass wir das Kleingeld nicht umgetauscht hatten.

6. Zurück zum SAT Mann der das Original behält und die Kopien unterschreibt und dann fährt man über die Brücke raus aus Guatemala.

Ausser dass es ein bisschen gedauert hat den SAT Mann aufzuspüren, war es eine relativ schnelle und einfache Ausreise. Nur ein bisschen Kleingeld für die Kopien war benötigt, keine Ausreisegebühr, und nach 30 Minuten waren wir auf dem Weg nach El Salvador.

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