Schmetterling, Schmetterling, Schmetterling

Da ich mir ziemlich sicher bin, dass niemand die Details meiner KlOdyssey lesen will, hier ein Reisebericht zu den letzten Wochen mit eingestreutem  Erfahrungsbericht zur medizinischen Versorgung in Mexiko. 

Natürlich musste Montezumas Rache zuschlagen als wir im tropischen Dschungel von Palenque am Campen waren und, da es Osterwochenende war, im Umkreis von 50km kein Hotelzimmer frei war. Zuerst mal darauf hoffen, dass es nur ein leicht verdorbener Magen war und so sind wir dann auch am nächsten Morgen los uns die Maya Ruinen anzuschauen wegen denen wir in der Gegend sind. 

Die Lage mitten im Dschungel gibt gleich viel mehr Indiana Jones Atmosphäre und teilweise kann man auch hier in die Pyramiden hinein um Grabstätten zu sehen.  Das Areal ist sehr gross und abwechslungsreich mit vielen wiedererbauten Pyramiden zum Hochklettern (wenn man denn bei 35C und 90% Luftfeuchtigkeit dafür Kraft hat – ich hab sie an dem Morgen nicht). 

 

Mittags schafen wir es doch noch ein Hotelzimmer zu finden und ich kann sogar das Essen in einem der besten Restaurants unserer Reise bisher geniessen: Bajlum Cocina Prehispánica serviert ultralokale Gerichte mit Zutaten aus dem Dschungel nach Rezepten der alten Mayas. Hier zum Beispiel wilder Truthahn mit Schokoladen-Honig-Sauce.   

Am nächsten Tag geht’s weiter zu den Calakmul Ruinen. Auch diese sind im tiefsten Dschungel gelegen und da es hier viel weniger Leute gibt als im doch sehr überlaufenen Palenque, bekommt man auch viele wildlebende Tiere zu Gesicht. Wir haben lange einer Affenfamilie beim Wassertrinken zugeschaut und mehrere Tukane in den Baumwipfeln beobachtet. 

Nachts im Hotel beginnt dann Montezumas Rache Teil 2, dieses mal mit zwei Hauptdarstellern. Die leichten Antibiotika aus der Apotheke (gibt es rezeptfrei) sollen Michael recht schnell helfen, bei mir bleiben sie wirkungslos. 

Wir entschliessen uns einen Tag auszuruhen und die Terasse unseres Hotels am Bakalarsee ist dazu sehr geeignet!  Das Wasser ist glasklar und schimmert in allen Blautönen wie wir es zuvor nur in der Karibik gesehen haben. 

Am nächsten Tag geht’s jedoch schon weiter – schliesslich hat sich Besuch aus der Heimat angesagt! Elena und Nick aus Zürich sind 10 Tage in Mexiko und wir wollten ein paar Tage zusammen in Tulum verbringen. 

Die Erbauer der Tulum Pyramiden müssen frühe Engländer gewesen sein, denn es sind die einzigen Pyramiden, die direkt am Meer stehen (und direkt dahinter gibt es Souvenirläden, Bars und Fishspas en masse). Beim Herumlaufen ist der frische Wind vom Meer sehr erfrischend und zwischen den Ruinen sind sich viele Iguanas am sonnen.   

Als dann jedoch bei mir Montezumas Rache Teil 3 einsetzt, entschliessen wir uns ins Tulum Hospital zu gehen. Kommunikation ist zuerst ganz gut mit einer Mischung aus Englisch und Spanisch und sie machen ausser einer Untersuchung auch einen Bluttest. Als wir ein paar Stunden später das Ergebnis bekommen ist der Schock gross: Typhus und Brucelose, das haben sie jetzt. 21 Tage Antibiotika, gegen die Brucelose intramuskuläre Spritzen. 😱😱😱

“Leider” konnten wir in ganz Tulum in keiner Apotheke die Spritzen bekommen und bekamen schliesslich als Erklärung, dass es sich bei Brucelose um eine meldepflichtige Krankheit handelt und dass deshalb niemand das Medikament verkauft, weil er dann den Huddel mit der Meldung hätte. Beruhigend…..nicht.   

Die nächsten Tage verbringe ich mit Bananen und Keksen und vollgepumpt mit Antibiotika im Hotelzimmer (neo magazin royal marathon dank gutem Wifi) während Michael mit Elena und Nick am Strand liegt, mit Schildkröten schwimmt, viele Tacos isst und Taxifahrer verärgert (seine Geschichte folgt). 

Ich habe fast nie Fieber, Kopfweh, Krämpfe, Gliederschmerzen nur andauernden Durchfall, inzwischen seit einer Woche. Dies lässt mich zwar an der Diagnose zweifeln, ich habe aber Angst, dass es noch schlimmer werden könnte, bzw bei falscher Behandlung gibt es da auch ein paar böse Spätfolgen. Da sich mein Zustand nicht bessert, sagen wir die Weiterfahrt nach Valladolid und Chichen Itza ab und fahren stattdessen nach Cancun in’s American Hospital. Der Arzt dort beruhigt uns erst mal und seine Bewertung vom ursprünglichen Befund ist, dass es rein vom Blutbild wohl Typhus und Brucelose sein könnte – weil ich aber keines der anderen Symptome habe sei dies jedoch unwahrscheinlich. Vielmehr wäre es wohl ein EColi Bakterium und der Antibiotikacocktail der meinen Verdauungstrakt nicht zur Ruhe kommen lassen. 

Also nur noch halbe Portion AB und ab an den Strand zum Ausspannen. Eine halbe Stünde nördlich von Mahahuala finden wir den perfekten Ort dazu. Im AirBnB Joya Escondida gab es nix zu tun ausser schlafen, lesen, schwimmen, schnorcheln, Strandspaziergänge und kochen. Aus drei Nächten werden fünf, wir lassen mal tagelang das Auto stehen und sind so RICHTIG faul. Mir geht es relativ schnell wieder besser und nachdem mir der Arzt vom American Hosital per WhatsApp erlaubt mit dem AB aufzuhören: mann, haben die Pizza, Bier und Eis an dem Abend geschmeckt!  

Die Sorge um eine adäquate medizinische Versorgung (während wir wirklich eine schwere Erkrankung vermuteten) hat uns schon ein bisschen Sorgen bereitet und nach drei Monaten waren wir wohl ein bisschen reisemüde. Die Tage der Ruhe haben aber auch diese mentalen Reserven wieder aufgefüllt und trotzdem fällt uns der Abschied vom Strand, aber auch den Gastgebern John und Edward schwer. Aber mehr Abenteuer warten- auf nach Belize!  

 

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